Stürmische Kostümsitzung bei „Potz op“ in Rheindahlen
Nachdem der Sturm „Kyrill“ auch über das Kappesland hinweg gefegte war, sollte es für die Karnevalsgesellschaft „Potz op“ stürmisch weitergehen. Nach dem Einzug der Gesellschaftsmitglieder begrüßte Präsident Georg Mäurer die toll kostümierten „Jecken“ in der Aula des Schulzentrums und bedankte sich für ihr Kommen mit den Worten: „Wir rechnen Ihnen Ihr Kommen hoch an“ und der Feststellung, dass man sich zu Hause vor dem Fernsehen berieseln lassen kann, es aber doch viel schöner ist, wenn man den Karneval bei der „Potz op“ zum Anfassen und Mitmachen erlebt. Er versprach ein abwechslungsreiches Programm, dass von Birgit und Georg Mäurer in der für die beiden gewohnten Präzision und zusammengestellt wurde.
Das Kinderprinzenpaar, Maximilian I. und Jennifer I., hatte die Funktion des „Eisbrechers“ übernommen und wurde stürmisch empfangen. Mit ihrem Mottolied, Cowboy und Indianer, stieg die Stimmung im Saal auf Orkanstärke. Es wurden Orden an verdiente Persönlichkeiten verteilt bevor die Kindergarde ihr Können zeigte und einen fehlerfreien Tanz auf der Bühne mit gewährter Zugabe darbot.
Die „Erdnuss“ war die erste starke Windboe, die den Sturm auf die Spitze brachte und berichtete von der Wanderbaustelle auf der Autobahn, die sich als Sonntagsausflug von Oma und Opa rausstellte, oder der Feststellung, dass man im Gladbacher Rathaus als Schnecke was werden kann, aber als Ziege wohl nicht, denn man kommt eher mit Schleimen weiter als mit Meckern. Dies war aber noch nichts gegen sein Liebesgedicht über Mönchengladbach. Hier hatte er in Reimform fast jeden Stadtteil in einem Gedicht verpackt – nur Rheindahlen kam nicht vor.
Danach wurde es stark böig. Die Stimmungsband aus Köln „Die Labbese“ peitschte die Stimmung richtig auf und ließ die Puppen tanzen.
Habemus Papam – m‘r hant ne nöe Pastuur. So begann Charly Jansen als „Rheindahlener Suppenhuhn“ seinen Vortrag. In Anspielung auf das unglückliche Bild von Pfarrer Harald Josephs im Stadt- und Landboten stellte er fest, dass Rheindahlen keinen Dressman braucht sondern einen Messman. Auch zur Arbeitserleichterung für den Pastor hat er sich was einfallen lassen. Es gibt demnächst den Beichtcomputer. Die Absolution kommt dann später per E-Mail. In der heutigen Welt der Abkürzungen hat er noch eine hinzugefügt und den Bezirksvorsteher als JvJ – „Jraf von Jenholland“ – tituliert. Die Misere der Post ist ihm auch nicht verborgen geblieben. So stellte er fest, dass die Beamten der alten Post an der Gladbacher Straße in einem düsenartigen Tempo gearbeitet haben im Vergleich zu dem was heute in der Postfiliale abläuft und wodurch es zu Schlangenbildungen in Rheindahlen kommt. Der Sitzungspräsident dankte Charly, dass er lokales und spritziges immer wieder scharf gewürzt in der Bütt präsentiert.
Die Mundartband „Kess Express“, 4 Damen aus Köln, konnten die Stimmung der Herrensitzung 2006 nicht übertreffen brachten aber eine gehörig steife Briese in die Aula.
Leider musste der Auftritt des Tanzpaares ausfallen, da Julia Offergeld bei der Generalprobe am Vorabend unglücklich stürzte und an ein Tanzen gar nicht zu denken war.
Das „Stadtprinzenpaar“ besuchte auf ihrer Rundreise durch die Säle auch die Kostümsitzung der KG „Potz op“ und stellte dort ihr Mottolied vor. Da die „Gladbacher Prinzengarde“ zu diesem Termin ihren Pulvermeister kürte, wurde das Paar von der „Großen Rheydter Prinzengarde“ begleitet, die sich als einzig große Garde darstellte und traditionsgemäß mit Würstchen und Kappes bedacht wurde.
Auch die Juniorengarde hatte fleißig mit ihrer Choreografin Julia trainiert. Die „Dahler Poetzkes“ mit ihren Tanzoffizieren tanzten nach einer Melodie von Madonna und ernteten nach ihrer Zugabe stürmischen Applaus. Da die Truppe aus den ehemaligen Prinzenpaaren besteht, hatten diese sich eine besondere Überraschung für „ihren“ Wagenbaumeister Heinz Koeser einfallen lassen. Anlässlich seines 60. Geburtstages hatten sie ihm eine Torte gebacken, die ihm nach dem Tanz überreicht wurde und worüber er sich riesig gefreut hat.
Ein Hauch von „New York, New York“ wehte durch die Aula als das „Männerballett“ der KG, die „Cabaret Girls“, ihren Einzug hielt und nach dieser Melodie ihre Auftritt starteten. In der Nachfolgenden Sequenz mussten die „Damen“ sich ganz schön sputen, denn nach dem aktuellen Hit der Scissor Sisters ging es ganz schön rund auf der Bühne. Aber die Trainerin, Marina Stenten, hatte ihre Jungs im Griff und wurde nicht enttäuscht.
Zu später Stunde kamen noch „zwei Schlawiner“ auf die Bühne. Diese hatten aber keine Mühe den Saal zum Lachen zu bringen. Die Presse bescheinigte den Beiden zu Beginn ihrer Karriere: "Höherer Blödsinn im Quadrat!". Seit dieser Zeit blödeln sie sich nicht nur über die Bühnen Kölns und des Rheinlands. Man kennt sie auch aus Funk und Fernsehen.
Zum Abschluss sorgten „Die Weisweiler Fanfaren“ nochmals für Orkanartige Turbolenzen im Saal. Im Stil einer Big Band spielten sie von aktueller Karnevalsmusik bis hin zum Sommerhit der Fußball WM alles durch und sorgten somit für eine grandiose Abschlussvorstellung der diesjährigen Kostümsitzung.
Mit dem Ausmarsch des Elferrates endete eine hervorrgande Sitzung, die leider durch die geringe Besucherzahl nicht die gebührende Anerkennung fand.
PK
Letzte Aktualisierung: 22.01.07
M.Pohl